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Bau des Tanzsportzentrums 1991 - 1992

Grundstück und Entwurf

Baustelle im Grünen

Eine große Chance bot sich dem Verein 1989. Am 13. Juni trafen sich die Vorstandsmitglieder Heinz Horn und Herbert Schaps mit Herrn Flecken, dem Leiter des Sportamtes der Stadt Aachen. Dieser wusste aus früheren Diskussionen um den Mangel an Trainingsflächen. Daher bot er dem Verein ein städtisches Grundstück von ca. 2600 qm in Laurensberg auf Erbpachtbasis an, um eine vereinseigene Sportstätte zu errichten. Auch der Leiter des Liegenschaftsamtes, Herr Lanzrath, hatte keine Bedenken, uns das Grundstück zu überlassen. Er machte jedoch darauf aufmerksam, dass vor einem endgültigen Vertrag viele Hürden zu überwinden seien, wie die Zustimmung des Stadtrats, der Bezirksregierung Aachen-Laurensberg, des Bauordnungsamtes, des Liegenschaftsamtes und des städtischen Sportausschusses. Außerdem müsse eine Bürgerbefragung in der Vetschauer Straße erfolgen.

Alle jene Hürden wurden erfolgreich genommen und es konnte nach Zustimmung unseres Vorstands und des Beirats ein Erbpachtvertrag über 40 Jahre inklusive Verlängerungsoption mit der Stadt Aachen abgeschlossen werden.

Unter den Mitgliedern fanden sich etliche Fachleute, aus denen ein Bau- und ein Finanzierungsausschuss gebildet wurden. Vor der Beantragung von öffentlichen Zuschüssen mussten zunächst Pläne und Kostenvoranschläge erstellt werden. Die Vorstandsmitglieder Leo Pons und Heinz Horn entwarfen auf der Basis des in Aachen zu erwartenden Tanzsportbedarfs erste Flächenpläne.

Heinz Horn fand im Kreis seiner Hochschulkollegen einen renommierten Fachmann auf dem Gebiet der Architektur, Herrn Prof. Hubertus Sprungala. Er war bereit, das Tanzsportzentrum zu sehr günstigen Konditionen für den Verein zu planen. Sein Entwurf fand die volle Zustimmung aller Verantwortlichen. Für die Statik, die Bodenuntersuchungen, die Holzkonstruktion und andere Fachplanungen konnten weitere Hochschulkollegen des Vorsitzenden gewonnen werden, die das Projekt mit viel Idealismus vorantrieben.

 

Finanzierung „an allen Fronten“

Modellentwurf von Prof. Sprungala

Aufgrund der günstigen Hilfe der Hochschulkollegen veranschlagte der Architekt die voraussichtlichen Baukosten (ohne Nebenkosten) zunächst mit  knapp 2.000.000 DM. Um die Kosten weiter zu senken, wurden verschiedene Details, wie z. B. die Zahl der Fenster, die Geschosshöhen und die Bauausführung, geändert. An der Größe der vorgesehenen Sportflächen sollte jedoch keinesfalls gespart werden. Eine neuerliche Kalkulation prognostizierte Baukosten von ca. 1.800.000 DM.

Um von den Behörden Unterstützung zu erhalten, mussten Politiker unterschiedlichster Couleur für unser Projekt begeistert werden. Nach langen, schwierigen Verhandlungen mit dem Land NRW, der Stadt Aachen und dem Landessportbund NRW wurde eine finanzielle Basis für das Bauvorhaben geschaffen. Wir erhielten Zusagen für öffentliche Mittel für knapp die Hälfte der zu erwartenden Baukosten. Der Rest musste finanziert oder durch Eigenleistungen der Mitglieder erbracht werden. In der Mitgliederversammlung vom 21.09.1990 fassten die Mitglieder folgenden Beschluss:

„Vollzahlende Mitglieder leisten 20 Arbeitsstunden im Wert von je 20 DM, Mitglieder mit reduziertem Beitrag leisten 40 Arbeitsstunden im Wert von je 10 DM. Mitglieder, die nicht in der Lage sind, diese Eigenleistung zu erbringen, können sich von dieser Verpflichtung freikaufen.“

Die Eigenleistungen wurden mit 200.000 DM veranschlagt. Zu deren Erbringung wurden Gruppen für verschiedene Gewerke gebildet, die jeweils unter der Leitung eines verantwortlichen Clubmitglieds standen. Darüber hinaus wurden Mitgliederdarlehen aufgenommen, die in Abhängigkeit von der Höhe mit bis zu 2 % über dem jeweiligen Diskontsatz verzinst wurden.

 

Grundsteinlegung, Richtfest, Taufen

Flotte Sohle auf dem Fundament

Am 16. Juli 1991 fand der große Tag der Grundsteinlegung statt. Im Beisein von Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden und dem Präsidenten des Tanzsportverbandes NRW, Josef Vonthron, mauerte unser Vorsitzender Heinz Horn zusammen mit dem Architekten Hubertus Sprungala Mitgliederlisten, Urkunden, eine Tageszeitung und aktuelle Münzen ein, um der Nachwelt diesen denkwürdigen Tag zu bezeugen.

Damit war die Basis für eine Sportstätte errichtet, die auf einer überbauten Fläche von 1.100 qm drei mit Parkett ausgestattete Tanzsäle, einen Aufenthaltsraum, diverse Nebenräume und eine Tiefgarage enthalten sollte. Zwischen den beiden großen Sälen war eine schalldichte, mobile Trennwand vorgesehen. Das Zusammenschalten der beiden Tanzflächen würde auch die Durchführung von großen Meisterschaften erlauben.

Beim Richtfest am 24. Januar 1992 herrschten eisige Außentemperaturen. Trotzdem ließen die Vereinsmitglieder es sich nicht nehmen, auf der Baustelle ein zünftiges Fest zu feiern.

Nach der Fertigstellung des Rohbaus war die Zeit für die Eigenleistungen der Mitglieder gekommen. An manchen Abenden waren bis zu 30 Helfer auf der Baustelle. Manche zwar willigen Mitglieder - vor allem junge Turniertänzer - stellten sich bei den handwerklichen Arbeiten allerdings derart ungeschickt an, dass beschlossen wurde, sie lieber nach Hause zu schicken, um größeres Unheil zu vermeiden. Im Gegenzug gab es wiederum unglaublich eifrige Mitarbeiter wie Leo Pons und Paul Neubacher, die in Hunderten von ehrenamtlichen Stunden ein Vielfaches der vorgesehenen Eigenleistung erbrachten.

Am 19. September 1992 wurde das Clubhaus offiziell mit einem rauschenden Ball eröffnet. In diesem feierlichen Rahmen wurden die großen Säle in Anerkennung der besonderen Verdienste der beiden größten Helfer auf Leo-Pons- und Paul-Neubacher-Saal getauft.

Da in den Bau des Tanzsportzentrums öffentliche Mittel eingeflossen waren, fand nach der Fertigstellung eine Überprüfung durch einen Bausachverständigen des Kölner Regierungspräsidenten statt. Als ihm bei der Besichtigung zu Ohren kam, dass die veranschlagten Baukosten von 1,8 Millionen DM fast exakt eingehalten worden waren, verzichtete er auf eine weitere Prüfung aller Unterlagen mit dem Kommentar: „Wäre ein solches Sportzentrum von einer Kommune errichtet worden, hätte es doppelt soviel gekostet.“ Ein größeres Kompliment hätte uns ein Fachmann nicht machen können.

Zehn Jahre später wurde eine weitere Ehrung ausgesprochen. Als Anerkennung für den jahrelangen Einsatz unseres Gründungsvorsitzenden und Bauinitiators lautete der Name unseres Clubheims von nun an Heinz-Horn-Haus.

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Präsentation in edler Robe zu Ehren des neuen Clubheims - die Turnierpaare von Grün-Weiß Aquisgrana 1992.